Hintergrundwissen

Was ist die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)?

Eine Spule an der Kopfoberfläche erzeugt kurze Magnetimpulse, die Nervenzellen in einem umschriebenen Areal der Hirnrinde anregen - ambulant, ohne Operation, ohne Narkose.

Behandlung mit der repetitiven Transkraniellen Magnetstimulation in unserer Berliner Praxis

Einblick

Die Behandlung in unserer Praxis

Wirkprinzip

Wie wirkt rTMS im Gehirn?

Das physikalische Prinzip ist gut verstanden, die biologischen Wirkpfade werden weiter erforscht.

Ein Magnetfeld, kein Strom

Durch die Spule läuft ein kurzer Stromimpuls. In den Kopf gelangt davon nichts: Es wirkt das Magnetfeld, das dabei entsteht, etwa so stark wie das eines MRT-Geräts.

Erregbarkeit steuern

Die Reizfrequenz entscheidet: Hochfrequente Stimulation (etwa 10 Hertz) steigert die Erregbarkeit, niederfrequente (etwa 1 Hertz) senkt sie. Bei der Depression wird der linke dorsolaterale präfrontale Kortex hochfrequent stimuliert.

Wiederholung und Plastizität

Ein einzelner Impuls wirkt nur Millisekunden. Erst die Wiederholung über eine Behandlungsserie hinweg, daher „repetitiv“, verändert die Signalübertragung länger anhaltend.

Magnetspule über dem Kopf einer Patientin während der Behandlung

Behandlungsablauf

So läuft die Behandlung ab

Vom ersten Gespräch bis zum Abschluss der Serie - ambulant und ohne Nachwirkzeit.

01

Schritt 1

Erstgespräch und Indikationsprüfung

Dr. Schwarz bespricht Ihre Situation, die bisherige Behandlung und Ihre Ziele. Dazu gehören Fragen nach Vorerkrankungen, Medikamenten und Implantaten. Das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.

02

Schritt 220-30 Sitzungen

Behandlungsserie

Die erste Sitzung dauert länger: Wir bestimmen die motorische Schwelle und legen das Zielareal fest. Mit dem Theta-Burst-Protokoll dauert eine Behandlungssitzung anschließend nur wenige Minuten, sodass sich mehrere an einem Tag durchführen lassen und die Serie kompakt geplant werden kann.

03

Schritt 3

Gemeinsames Fazit

Zum Abschluss besprechen wir den Verlauf, das weitere Vorgehen und ob Erhaltungssitzungen sinnvoll sind.

Studienlage

Was die Forschung zeigt

Drei zentrale Arbeiten zur rTMS bei Depression - jeweils mit ihren Grenzen.

Die Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression (2022) empfiehlt die rTMS: Sie „sollte bei therapieresistenten depressiven Episoden angeboten werden“ (Empfehlung 7-29, Empfehlungsgrad B). Andere Indikationen behandeln wir als individuellen Heilversuch.

Zur Leitlinie
Comparative Efficacy and Acceptability of Non-Surgical Brain Stimulation for the Acute Treatment of Major Depressive Episodes in Adults: Systematic Review and Network Meta-Analysis
2019n = 6750

Comparative Efficacy and Acceptability of Non-Surgical Brain Stimulation for the Acute Treatment of Major Depressive Episodes in Adults: Systematic Review and Network Meta-Analysis

Mutz, Vipulananthan, Carter et al. · BMJ

Zehn Verfahren waren der Scheinbehandlung bei der Ansprechrate überlegen - darunter mehrere rTMS-Varianten (hochfrequent, niederfrequent, bilateral) und die Theta-Burst-Stimulation

Einordnung: Meta-Analyse über heterogene Studien mit unterschiedlichen Protokollen, Stimulationsorten und Patientenkollektiven. Für neuere Verfahren (etwa beschleunigte Protokolle) war die Datenbasis noch begrenzt, und Netzwerk-Meta-Analysen beruhen teils auf indirekten Vergleichen. Die Autoren betonen weiteren Forschungsbedarf.

Zur Studie
Effectiveness of Theta Burst versus High-Frequency Repetitive Transcranial Magnetic Stimulation in Patients With Depression (THREE-D): A Randomised Non-Inferiority Trial
2018n = 414

Effectiveness of Theta Burst versus High-Frequency Repetitive Transcranial Magnetic Stimulation in Patients With Depression (THREE-D): A Randomised Non-Inferiority Trial

Blumberger, Vila-Rodriguez, Thorpe et al. · The Lancet

HAMD-17 sank in beiden Gruppen praktisch identisch (23,5 -> 13,4 unter 10 Hz; 23,6 -> 13,4 unter iTBS) - iTBS war der 10-Hz-rTMS nicht unterlegen

Einordnung: Nichtunterlegenheitsstudie ohne Sham-Arm - sie belegt die Gleichwertigkeit beider aktiver Protokolle, nicht die Überlegenheit gegenüber einer Scheinbehandlung (dafür stehen die sham-kontrollierten Studien). Offene Behandlung mit verblindeter Auswertung; untersucht wurde therapieresistente Depression.

Zur Studie
Transcranial Magnetic Stimulation (TMS) for Major Depression: A Multisite, Naturalistic, Observational Study of Acute Treatment Outcomes in Clinical Practice
2012n = 307

Transcranial Magnetic Stimulation (TMS) for Major Depression: A Multisite, Naturalistic, Observational Study of Acute Treatment Outcomes in Clinical Practice

Carpenter, Janicak, Aaronson et al. · Depression and Anxiety

Ansprechrate (klinisch, CGI-S): 58,0%; Remission: 37,1%

Einordnung: Naturalistische Beobachtung ohne Kontroll-/Sham-Gruppe - ein Placebo-Anteil lässt sich nicht herausrechnen, kein randomisiertes Design. Die Stärke liegt in der Übertragbarkeit auf die reale Versorgungspraxis, nicht im kausalen Wirksamkeitsnachweis (den liefern die RCTs).

Zur Studie

Kosten

Kosten und Erstattung

Private Krankenversicherungen und die Beihilfe erstatten die rTMS je nach Tarif meist ganz oder teilweise; die ärztliche Begründung dafür stellen wir Ihnen aus. Die gesetzlichen Krankenkassen führen das Verfahren nicht in ihrem Leistungskatalog - dort ist die rTMS damit eine Selbstzahlerleistung: Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) je Sitzung, für eine Serie mit 20 Sitzungen sind das rund 1.975 €. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Kontakt

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Die Eignung wird ärztlich im Einzelfall geprüft. Die Behandlungen sind Selbstzahlerleistungen; private Krankenversicherungen erstatten sie häufig.