Indikationen
Verfahren der nicht-invasiven Neurostimulation werden bei einer Reihe neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen untersucht und eingesetzt. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Indikationen, die wir in unserer Berliner Praxis behandeln.
Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz und führt fortschreitend zu Gedächtnisstörungen, Orientierungsverlust und Einschränkungen im Alltag. Sie betrifft vor allem das Kurzzeitgedächtnis und kognitive Funktionen wie Sprache, Planung und räumliches Denken.
Hintergrund
Auf zellulärer Ebene kommt es zu Ablagerungen von Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen, die mit einem fortschreitenden Verlust von Synapsen und Nervenzellen einhergehen. Besonders betroffen sind der Hippocampus sowie temporo-parietale Kortexareale.
Begleitend treten häufig depressive Symptome, Apathie und Schlafstörungen auf. Die etablierte medikamentöse Therapie kann den Krankheitsverlauf bislang nur begrenzt beeinflussen - hier setzen Verfahren der nicht-invasiven Neurostimulation an.
Häufigkeit
In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, etwa zwei Drittel davon mit Alzheimer. Mit steigender Lebenserwartung wird die Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen.
Neurostimulation bei Alzheimer-Demenz
Die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) ist seit 2018 in der EU für die Behandlung der Alzheimer-Demenz CE-zugelassen. Klinische Studien zeigen Verbesserungen in standardisierten Kognitionstests (CERAD, ADAS-Cog) sowie eine Reduktion depressiver Begleitsymptome. Die Effekte sind individuell unterschiedlich ausgeprägt.
In unserer Praxis behandeln wir mit:
Morbus Parkinson
Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die typischerweise mit Bewegungsstörungen wie Tremor, Muskelsteifigkeit (Rigor) und verlangsamten Bewegungen (Bradykinese) einhergeht. Hinzu kommen nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen, Depression und kognitive Einbußen.
Hintergrund
Ursache ist ein fortschreitender Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen in der Substantia nigra. Der entstehende Dopaminmangel stört die Signalverarbeitung in den Basalganglien und führt zu den typischen Bewegungssymptomen.
Die medikamentöse Therapie - meist mit L-Dopa - kann Symptome lindern, verliert aber im Verlauf an Wirkung und ist mit Nebenwirkungen verbunden. Neurostimulation wird zunehmend als ergänzender Therapieansatz untersucht.
Häufigkeit
In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen an Morbus Parkinson erkrankt. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Neurostimulation bei Morbus Parkinson
Erste kontrollierte und retrospektive Studien zu TPS bei Parkinson zeigen Verbesserungen in motorischen Scores (UPDRS) sowie bei Tremor, Kognition und Lebensqualität. Die Behandlung erfolgt als individueller Heilversuch außerhalb der CE-Zulassung. Die Datenlage wächst kontinuierlich.
In unserer Praxis behandeln wir mit:
Depression
Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie äußern sich durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Verlust von Interesse und Freude, Schlaf- und Appetitstörungen sowie eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität.
Hintergrund
Neurobiologisch werden Depressionen mit einem Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin sowie mit einer veränderten Aktivität in präfrontalen und limbischen Hirnregionen in Verbindung gebracht. Auch eine verminderte Neuroplastizität spielt eine Rolle.
Etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten spricht nur unzureichend auf medikamentöse und psychotherapeutische Standardtherapien an. In diesen Fällen können Verfahren der Neurostimulation eine ergänzende Option darstellen.
Häufigkeit
Rund 8,2 Millionen Menschen in Deutschland sind innerhalb eines Jahres von einer depressiven Erkrankung betroffen. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei etwa 16-20 Prozent. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Neurostimulation bei Depression
Die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist ein etabliertes Verfahren bei therapieresistenter Depression und wird in Leitlinien empfohlen. Auch die Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) zeigt in Studien antidepressive Effekte. Die Anwendung erfolgt ambulant, medikamentenfrei und mit gutem Verträglichkeitsprofil.
In unserer Praxis behandeln wir mit:
Kontakt
Lehmbruckstraße 3, 10245 Berlin · kontakt@neurostimulation-berlin.de
