Was ist tDCS?
Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist ein nicht-invasives Verfahren, das einen sehr schwachen Gleichstrom über Elektroden am Kopf appliziert - ohne Medikamente, ohne Operation, ohne Narkose. In unserer Praxis setzen wir tDCS schwerpunktmäßig bei Depressionen ein.

tDCS in unserer Praxis
Für die tDCS-Behandlung verwenden wir ein CE-zertifiziertes tDCS-Headset (Klasse IIa) mit FDA-Zulassung für die Behandlung von Depressionen. Es stimuliert gezielt den linken dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) - eine Schlüsselregion im Depressionsnetzwerk des Gehirns, die bei depressiven Störungen häufig eine verminderte Aktivität zeigt.
Die Stimulation erfolgt mit einem schwachen Gleichstrom von 2 mA über 30 Minuten pro Sitzung. Viele Patientinnen und Patienten nehmen dabei lediglich ein leichtes Kribbeln oder ein Wärmegefühl an den Elektroden wahr - beides klingt nach der Sitzung schnell wieder ab.
Jede Behandlung wird in unserer Praxis ärztlich geplant und begleitet.
Wie wirkt tDCS im Gehirn?
Die genauen Wirkpfade werden weiter erforscht. Folgende Mechanismen sind wissenschaftlich beschrieben:
Kortikale Modulation
Ein schwacher Gleichstrom (2 mA) moduliert die Erregbarkeit der Nervenzellen unterhalb der Elektroden. Unter der Anode steigt die neuronale Aktivität an, unter der Kathode sinkt sie - ohne direkte Auslösung von Aktionspotentialen. Dieser subthreshold-Effekt ist präzise dosierbar und gut verträglich.
Synaptische Plastizität
Wiederholte Stimulationssitzungen können neurobiologische Veränderungen auslösen, die der Langzeitpotenzierung (LTP) ähneln - dem zellulären Grundprozess des Lernens. NMDA-Rezeptoren und das GABAerge System sind dabei beteiligt. Bildgebungsstudien haben strukturelle Plastizitätsveränderungen im Gehirn nach tDCS nachgewiesen.
Netzwerk-Normalisierung
Bei Depressionen zeigt das Gehirn veränderte Aktivitätsmuster - insbesondere im Default-Mode-Network und im Salience-Network. Bildgebungsstudien geben Hinweise, dass tDCS diese veränderten Konnektivitätsmuster beeinflussen kann.
Für wen ist tDCS geeignet?
Der Schwerpunkt unseres tDCS-Angebots liegt auf der Behandlung von Depressionen. Ob das Verfahren für Ihre individuelle Situation geeignet ist, wird im ärztlichen Erstgespräch geprüft.
- Unipolare Depression (Major Depressive Disorder)
- Depressive Episoden als Begleitsymptom bei anderen Erkrankungen
- Wunsch nach einer medikamentenfreien Behandlungsoption
- Ergänzung zur laufenden psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung
In einer placebokontrollierten Studie (Woodham et al. 2024, Nature Medicine, n=173) zeigten Patientinnen und Patienten mit Depression nach 10 Wochen tDCS eine signifikante Verbesserung gegenüber der Kontrollgruppe. Mehrere Metaanalysen mit insgesamt über 1.000 Teilnehmenden bestätigen die Richtung dieser Befunde.
tDCS ist in Deutschland eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Eine Wirksamkeitsgarantie kann nicht gegeben werden. Eignung wird ärztlich im Einzelfall geprüft.

So läuft die Behandlung ab
Vom ersten Gespräch bis zur Verlaufskontrolle - ambulant und gut mit dem Alltag vereinbar.
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